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The Mandalorian Poster D23 Expo
The Mandalorian ist eine Live-Action-Fernsehserie, die exklusiv auf Disney+ ausgestrahlt wird. Sie spielt ungefähr fünf Jahre nach den Ereignissen von Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Geschrieben und ausführend produziert wird sie von Jon Favreau. Die erste Staffel erscheint im November und Dezember 2019 und umfasst acht Episoden. Eine zweite Staffel wurde bereits angekündigt.


In den nächsten Wochen werde ich auf dieser Seite meine Gedanken zur jeweils aktuellsten Folge möglichst spoilerfrei niederschreiben. Ich freue mich auf eure Meinung in den Kommentaren!

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CHAPTER 1 (12.11.2019)
Mythrol kopfgeld

Ein wortkarger Mandalorianer mit bewegter Vergangenheit nimmt einen geheimnisvollen Auftrag entgegen, der ihn auf entlegene Welten führt.

  • Pro Pro: Das „Skillset“ des Protagonisten erscheint mir angemessen: Wie von einem Mandalorianer zu erwarten, kann er herausragend mit dem Blaster umgehen und es mit mehreren Gegnern auf einmal aufnehmen — dennoch ist er nicht auf dem Level eines Jedi-Ritter und befindet sich schon in der ersten Folge in einer Situation, in der er auf die Hilfe von anderen angewiesen ist.
  • Pro Pro: Alle größeren Nebencharaktere finde ich bisher sehr faszinierend und abwechslungsreich. Vor allem IG-11 hat es mir angetan und ich würde gerne noch mehr von ihm sehen. Die Idee seiner „besonderen Modifikation“ ist absolut genial und angesichts seiner Profession auch logisch.
  • Pro Pro: Dave Filoni, der bei dieser Folge Regie geführt hat, weiß, wie Star Wars geht und das hat er wieder eindrucksvoll gezeigt. Es gibt so viele Easter-Eggs wie Kowakianische Echsenaffen (denen endlich dasselbe Schicksal wie den Porgs zuteil wird), GNK-Energiedroiden, Beskar, Torwächterdroiden etc., das man aus dem Schauen und Staunen gar nicht mehr herauskommt.
  • Pro Pro: Die große Enthüllung am Schluss, die ein bisheriges Tabu-Thema thematisiert und im Laufe der Staffel ein klaffendes Loch im Kanon schließen könnte.
  • Pro Pro: Die Darstellung der mandalorianischen Kultur war bisher bekanntlich nicht einheitlich (eher pazifistisch mit einer radikalen Splittergruppe in The Clone Wars ↔ militant in der Republic-Commando-Reihe) und sorgte so für Streit unter den Fans. Das Clevere an dem Setting der Serie ist, dass nach dem Zusammenbruch des Imperiums sich eh alles im Umbruch befindet, sodass ein guter Kompromiss aus beiden Richtungen geschaffen werden kann, was in der ersten Folge bereits deutlich wird.
  • Pro Pro: Die Existenz von Rückblenden. Ich hoffe, dass sie in den kommenden Folgen noch ausgebaut werden, da ihnen erzähltechnisch wahnsinnig viel Potenzial innewohnt.
  • Pro Pro: Die Musik passt meiner Meinung nach ausgezeichnet zu einem „Wilden Westen im Weltraum“. Man hat das Gefühl, als lausche man einer abgespaceten Version von unseren irdischen Zupfinstrumenten. Dass man sich mit bekannten John-Williams-Motiven bisher zurückhält, beurteile ich positiv — denn so kann man auch auf musikalischer Ebene in eine neue Richtung aufbrechen und wenn doch mal Familiäres eingestreut wird, entfaltet das umso größere Wirkung.
  • Pro Pro: Der Ton ist für einen Western angemessen düster und sehr nahe an Rogue One: A Star Wars Story oder den späteren Staffeln von TCW, aber jedenfalls absolut nicht kindgerecht, wie von manchen befürchtet.
  • Neutral Neutral: Mir fiel es in den ersten Minuten schwer, mich an das Medium an sich zu gewöhnen. Die letzten Star-Wars-Serien waren allesamt animiert und erforderten viel Vorstellungskraft, sodass man nun umdenken muss. Gleichzeitig wirken die „Bühnenbilder“ und Landschaften von The Mandalorian für mich aber noch weniger authentisch als in den Filmen.
  • Kontra Kontra: Wie aus meiner kurzen Handlungszusammenfassung am Anfang hervorgeht, ist die Story in dieser Folge noch sehr simpel gestrickt und lässt sich am besten als „Protagonist besucht nacheinander verschiedene Welten“ beschreiben. Ich würde mir wünschen, dass man in den nächsten Folgen neue parallele Handlungsstränge einführt und so den Zuschauer etwas mehr zum Mitdenken bewegt.

Fazit: Alles in allem eine solide Pilotfolge, die Lust auf mehr macht. Das notwendige „Star-Wars-Feeling“ wurde getroffen und die Liebe zum (kanonischen) Detail lässt jedes Fan-Herz höher schlagen. Dies wird jedoch nicht ausreichen, um eine ganze Staffel zu füllen. Daher ist wichtig, dass man sich in den nächsten Folgen weniger auf die Marke „Star Wars“ verlässt, um die Handlung zu tragen, sondern mehr auf klassische Erzähltechniken einer Serie konzentriert. (7/10)

CHAPTER 2„The Child“ (15.11.2019)
Kuiil

Der Mandalorianer ist auf die Hilfe eines Freundes angewiesen, um den Planeten wieder verlassen zu können.

  • Pro Pro: Die Zusammenfassung der letzten Folge ist gut geschnitten und kommt ganz ohne Erzähler aus.
  • Pro Pro: Die Episode zeigt eindrucksvoll, wie anstrengend Jawas sein können.
  • Pro Pro: Die ungewöhnliche Freundschaft und der Abschied am Ende.
  • Pro Pro: So ein selbstfahrendes, ferngesteuertes Kinderbett ist schon praktisch.
  • Neutral Neutral: Die Folge war um einiges kürzer als die erste. Sofern sich nun storytechnisch ein neuer „Akt“ anschließt, kann das aber durchaus sinnvoll gewesen sein.
  • Neutral Neutral: Die „Enthüllung“ in der Mitte der Folge war doch sehr vorhersehbar.
  • Kontra Kontra: Im ersten Drittel der Folge gibt es keinen wirklichen Dialog. Das wurde mir auf Dauer zu anstrengend.

Fazit: Leider eine typische Füllepisode ohne große Handlung. Ich hoffe wirklich, dass die Serie nächste Woche in die Gänge kommt. Ach ja und seit wann sprechen Jawas eigentlich wie Minions? (5/10)

CHAPTER 3„The Sin“ (22.11.2019)

Den Mandalorianer plagen Gewissensbisse nach Einreichung seines Auftrags.

  • Pro Pro: Gute Action-Szenen mit viel spaßigem Geballere und ein paar brenzligen Situationen.
  • Pro Pro: Der Mando schöpft das Potenzial seiner Rüstung vollends aus.
  • Pro Pro: Mehr Mandalorianer. Mit Jet-Packs.
  • Pro Pro: Herzerwärmende Szenen zwischen dem Mando und seinem neuen Begleiter.
  • Pro Pro: Gruselige Verfolgungsjagd durch die Stadt.
  • Neutral Neutral: On a side note: Es gibt immer noch keine Episodenführer auf starwars.com, was aufgrund der vielen neuen Begrifflichkeiten sehr schade ist.
  • Neutral Neutral: Die Flashbacks haben nach wie vor keinen wirklichen Mehrwert (außer dass der Mando mit Jyn Erso die Liebe zu unterirdischen Verstecken teilt) und schon sehr bald werde ich dieses mit dem Hämmern des Ambosses verbundene Flackern, das beim ersten Mal noch cool war, nicht mehr sehen können.
  • Kontra Kontra: Ich habe bereits nach der ersten Folge kritisiert, dass die Sets auf mich zu irdisch wirken bzw. zu sehr nach Studio aussehen. Besonders die Rüstung des Mandalorianers ist für mich einfach nur ein gutes CosPlay-Kostüm.
  • Kontra Kontra: Die Handlung samt Twists war leider wieder sehr vorhersehbar.

Fazit: Eine actionreiche Folge, die mir zumindest mehr Spaß gemacht hat als die vorherige. Jetzt scheinen alle Pflicht-Handlungs-Elemente abgehakt und man kann sich hoffentlich endlich in die Unbekannten Regionen wagen. (6/10)

CHAPTER 4 — „Sanctuary“ (29.11.2019)

Auf der Suche nach einer neuen Bleibe muss der Mandalorianer ein Dorf vor gefährlichen Plünderern schützen.

  • Pro Pro: Die audiovisuelle Reminiszenz des Kampfläufers an einen Tyrannosaurus Rex. Bloß wie sind die Plünderer in seinen Besitz gelangt?
  • Pro Pro: Die neue Hauptfigur passt super zu unserem Mandalorianer. Mein Traum wäre eine Crew aus den beiden und IG-11.
  • Pro Pro: Das „Küken“ der Staffel kommt wieder voll zur Geltung.
  • Pro Pro: Deep Talk über Mando-Kultur und die Bedeutung seines Helms. Wie passend, dass er ihn zwar dann doch abnimmt — aber mit einem kleinen Twist.
  • Neutral Neutral: Die Folge hat sehr große Parallelen zur TCW-Episode Kopfgeldjäger, manche Szenen wurden sogar Eins-zu-Eins übernommen. Das ist zwar nicht sonderlich originell, aber ich kann damit leben, weil die meisten Zuschauer das Original vermutlich nicht kennen und einfach nur eine Hommage an das „Original des Originals“ Die sieben Samurai sehen. Außerdem ist die Entscheidung für dieses Setting eine logische Konsequenz aus dem Ende der vorherigen Folge und ein notwendiger Zwischenschritt in der Charakterentwicklung des Mandalorianers.
  • Neutral Neutral: Die Musik hat sich für mich seit der ersten Folge nicht gesteigert, sondern eher nachgelassen.
  • Kontra Kontra: Die Klatooinianer sind auch nur billige Orks. Die gesamte Eingangsszene war schon sehr klischeehaft.

Fazit: Keine langatmige Folge, sondern Pacing-/Tempo-mäßig wieder auf dem Level der Pilotepisode. Um die Serie richtig genießen zu können, muss man, glaube ich, akzeptieren, dass die Serie vor allem Star-Wars-Neulinge bzw. die Casual Fans ansprechen will. Dementsprechend habe ich keine allzu hohen Erwartungen mehr, was originelles Star-Wars-Storytelling betrifft, sondern versuche mich einfach so gut wie möglich unterhalten zu lassen. (7/10)

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