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Kanon

Hinweis: Die Rezension bezieht sich auf einen Kanon-Comic!

„Endlich werden wir uns den Jedi zu erkennen geben. Endlich wird die Rache unser sein.“
— Darth Maul zu Darth Sidious (Quelle)
Jedi-Sith-Duell

Lichtschwertkampf auf Naboo

Darth Maul legt im Laufe seiner Lebensgeschichte eine beachtliche Entwicklung hin: Während zunächst animalischer Zorn und rohe Gewalt charakteristisch für ihn sind, setzt er nach seinem verlorenen Duell mit Obi-Wan Kenobi auf Naboo während seiner Vergeltungskampagne gekonnt auf Raffinesse und Intrigen, um seine Ziele zu erreichen. Cullen Bunn verbindet diese beiden Eigenschaften in seiner fünfteiligen Comic-Miniserie über den Zabrak-Sith, der sich in dieser Geschichte noch relativ am Beginn seiner Ausbildung befindet. Frustriert, dass sein Meister Darth Sidious sich in Zurückhaltung übt und den Untergang des Jedi-Ordens aus den Schatten heraus plant, sehnt sich Maul nach seinem ersten Kräftemessen mit einem Jedi. Da sein grausamer Mentor ihm aufs Schärfste verboten hat, die Aufmerksamkeit der Jedi zu erregen, begnügt er sich erzwungenermaßen mit wilden Raubtieren und gelegentlichen Massakern. Als Sidious ihn auf eine Mission schickt, um seine Interessen mit der Handelsföderation zu schützen, ergibt sich für Maul plötzlich eine einzigartige Gelegenheit: Er erfährt, dass die Jedi-Padawan Eldra Kaitis von einem Kartell gefangen genommen wurde und demnächst auf einer Auktion an den Höchstbietenden versteigert werden soll. Maul schließt sich mit einer Gruppe von Kopfgeldjägern zusammen, um die Veranstaltung zu infiltrieren und den Preis zu entführen. Doch ihre Flucht läuft schief und Maul, die Kopfgeldjäger und die Jedi stürzen auf einen Mond ab, wo die enttäuschten und rachsüchtigen Bieter eine Treibjagd auf sie eröffnen...

Maul Cad Bane

Darth Maul trifft Cad Bane

Das zentrale Element der Handlung sind Mauls Interaktionen mit der Jedi-Schülerin.Sie entspricht ganz und gar nicht seinen Vorstellungen, wodurch Maul gleichermaßen fasziniert und verwirrt wird. Anders als er erwartet hatte, hält sich ihre Angst vor ihm sehr in Grenzen und mit ihren schlagfertigen Kontern stellt sie seine eigenen Überzeugungen in Frage. Aufgrund der gemeinsamen Bedrohung müssen die beiden auf dem Mond zusammenarbeiten, um zu überleben und eine gewisse Bindung entsteht zwischen ihnen, was den Leser grübeln lässt, ob er sie schlussendlich überhaupt töten wird. Abwechslung in diese von internen Konflikten geprägte eher trockene Story bringen vor allem interessante Nebencharaktere wie die durchtriebene Kartell-Anführerin (Parallelen zu Claire Underwood vorhanden), Cad Bane mit seinem trockenen Humor und seine sich gegenseitig neckende Crew. Parallel zur Geschichte werden dem Leser Mauls Gedanken ausgebreitet und durch einen gemeinsamen Abstecher nach Malachor V, wo der Zabrak eine Vision erhält, wird deutlich gemacht, welchen Einfluss die Ausbildung seines Meisters auf ihn hat.

Nicht nur die Handlung lebt von unzähligen The Clone Wars-Referenzen, auch der Zeichenstil orientiert sich meines Erachtens nach stark an der Animationsserie. Neben bekannten Schauplätzen wie Coruscant oder Malachor, die originalgetreu wiedergegeben werden, stellt für mich die Diversität der abgebildeten Spezies ein Highlight dar: Trandoshaner, Pykes, Falleen, Weequays, Neimoidianer, Hutts und Twi'leks sind allesamt vorhanden und wunderbar getroffen. Diese Authentizität macht sich auch bei ikonischen Charakteren wie Cad Bane, Aurra Sing und Maul selbst bemerkbar. Ihre Bewegungen bzw. Haltungen — z.B. Maul springt von oben auf seine Gegner herab, Cad Bane lehnt sich mit seinem Hut tief ins Gesicht gezogen lässig irgendwo an — sind teilweise eins zu eins aus Film-/Serienszenen übernommen. Dadurch kommt definitiv TCW-Feeling auf und die Geschichte wird temporeich erzählt. Der Zeichner arbeitet zudem viel mit Schatten und Silhouetten, was etwas problematisch sein kann, wenn auch der Hintergrund relativ düster ist. Der Stil ist insgesamt sehr weich — teilweise sind die Kontraste nicht stark genug und Objekte verschwimmen. Das ist vermutlich aber auch einfach Geschmackssache.

Darth Maul ist ein sehr empfehlenswerter Comic, der viel Spaß beim Lesen bereitet und von seinen interessanten Hauptfiguren und spannenden Zeichnungen lebt. Man merkt, dass die Verantwortlichen sich im Star-Wars-Universum gut auskennen und auch seine Vielfalt gelungen vermitteln können.

Ein Interview mit dem Autoren könnt ihr hier lesen.

Darth Maul SW31

Cover der dt. Ausgabe

  • Die fünfteilige Comic-Miniserie Darth Maul wurde von Cullen Bunn geschrieben und von Luke Ross gezeichnet. Sie wurde in den USA von Februar bis Juli 2017 bei Marvel Comics veröffentlicht. Zusammengerechnet umfasst sie etwa 100 Seiten.
  • In Deutschland ist die Serie bei Panini Comics in den Star-Wars-Comic-Magazinen 30 (Teil 1 & 2; 23.01.18), 31 (Teil 3 & 4; 20.02.18) und 32 (Teil 5; ab 21.03.18) erhältlich. (Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!)
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Die Umfrage wurde am 18. März 2018 um 18:42 erstellt. Bisher haben 1 Nutzer abgestimmt.

Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich auf eure Meinung zum Comic in den Kommentaren!

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