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Kanon

Hinweis: Die Rezension bezieht sich auf einen Kanon-Comic!

„Es gibt Gründe dafür, dass ein Planet tot ist. Gründe, die ihn für Lebewesen ungastlich machen.“
— Mon Mothma über Crait (Quelle)

Crait als neuer Schauplatz war sicher eines der Dinge, die mich an Episode VIII – Die letzten Jedi am meisten positiv überrascht haben. Ich hatte zunächst eine weitere öde Abwandlung von Tatooine erwartet und war überwältigt davon, wie episch der Kontrast zwischen der weißen Salzkruste, dem roten Untergrund sowie der tiefstehenden Sonne gerade während des entscheidenden Duells aussah. Auch die Idee des verlassenen Rebellen-Außenpostens, der zwar die nötige Zuflucht bot, aber nur mit veralteter Technologie dienen konnte, hat mir sehr zugesagt. Dadurch wurde auch die nötige Vorlage für die Begleitliteratur geschaffen, die so neue Geschichten mit Filmbezug erzählen konnte, ohne sich weit von den aus dem Kinobesuch bekannten Orten fortbewegen zu müssen. Der Comic-Einteiler, oder One-Shot im Genre-Jargon, „Die Stürme von Crait“ geht daher einfach knapp 35 Jahre in die Vergangenheit zurück und offenbart, wieso der Salzplanet nicht zum zweiten Yavin 4 wurde.

TlJ Speeder 2

Ski-Speeder auf Crait

Wie bereits aus „Leia, Prinzessin von Alderaan“ bekannt, hatte Bail Organa schon vor Entstehen der Rebellen-Allianz einen kleineren Geheimstützpunkt dort. Als die Allianz drei Jahre später, kurz nach der Schlacht von Yavin und zu Beginn des Comics, sich auf der Flucht vor der imperialen Flotte befindet und dringend eine neue Basis braucht, erinnert sich seine Tochter Leia an den Planeten und überredet Mon Mothma, gemeinsam mit Han Solo, Chewbacca, Wedge Antilles und Luke Skywalker eine Erkundungsmission unternehmen zu dürfen. Sie treffen sich mit einem alten Freund ihres Vaters, der ihr von einer aufgegebenen Bergbauanlage erzählt hat, in der sie erste Ausrüstung unterbringen können. Doch nicht nur die unwirtliche Umwelt Craits macht den Rebellen schwer zu schaffen — auch das Imperium ist ihnen dicht auf der Spur...

Der Comic spielt irgendwann zwischen Episode IV – Eine neue Hoffnung und Episode V – Das Imperium schlägt zurück. Gerade Luke merkt man an, dass er gedanklich noch als Feuchtfarmer auf Tatooine unterwegs ist, und er fühlt sich durch Crait natürlich stark an seine desolate Heimatwelt erinnert. Daher würde ich persönlich die Geschichte auch relativ kurz nach Yavin einordnen. Die Figuren sind bezüglich des Dialogs allesamt sehr filmgetreu wiedergegeben, gerade was das gegenseitige Necken von Han und Leia oder Leias (schwesterliche) Liebe für Luke angeht. Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass die Gespräche manchmal sehr wirr sind und irgendwie nicht aufeinander abgestimmt wirken. Möglicherweise liegt das aber an der Übersetzung oder der Antagonist soll bewusst als wahnsinnig dargestellt werden.

Luke Stürme von Crait

Luke kämpft mit dem Anführer der Narben-Truppe

Das absolute Highlight des Heftes sind die wunderschönen Zeichnungen. Gerade von den authentischen Porträt-Panels der Großen Drei und dem blau-grün-Farbschema beim Lichtschwertkampf (siehe Bild) bin ich begeistert. Das Cover wirkt dagegen geradezu enttäuschend und sollte eure Kaufentscheidung daher auf keinen Fall beeinflussen dürfen. Ein Interview mit den Autoren könnt ihr hier lesen, sowie mit dem Zeichner hier.

Mir sind noch zwei Kleinigkeiten aufgefallen, die ich sehr nett fand. Zum einen haben die aus Episode I – Die dunkle Bedrohung und The Clone Wars bekannten WAC-Droiden einen Auftritt. Man erinnere sich an WAC-47 und das D-Squad, die damals das Pech hatten, ebenfalls auf einer Einöde gestrandet zu sein. Zum anderen bekommt Leia alderaanischen Wein aus ihrem Geburtsjahr angeboten, was natürlich etwas makaber ist.

Meiner Meinung nach ist „Die Stürme von Crait“ der beste Comic, den ich bisher rezensiert habe. Die Story wird ihrer Aufgabe, die Vergangenheit Craits aufzuklären, gerecht und die Zeichnungen sind einfach umwerfend. Gelungen ist auch die Veröffentlichung als „One-Shot“, da der Comic dadurch abgerundet wirkt und die perfekte Länge hat.

Storms of Crait

Cover der Originalausgabe

Bewerte „Die letzten Jedi: Die Stürme von Crait“ in Punkten:
 
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Die Umfrage wurde am 24. April 2018 um 10:41 erstellt. Bisher haben 3 Nutzer abgestimmt.

Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich auf eure Meinung zum Comic in den Kommentaren!

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