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3256:3:6 LY — In den Weiten des Alls

Vierzehn Tage sind vergangen, seitdem die Vierarmige Heptapode von ihrem Zwischenstopp auf Lothal, meiner alten Heimat, erneut zur Erforschung entlegener Welten aufgebrochen ist. Vieles hat sich auf Lothal verändert in den drei Jahren, die ich seit meiner Zulassung an der Bar'leth-Universität in den Kernwelten verbracht habe. Die Dürren haben sich verschlimmert und zu allem Überfluss scheint auch noch eine Epidemie unter den Nutztieren ausgebrochen zu sein. Meine Eltern geben sich nach wie vor der Illusion hin, dass der Galaktische Senat eine Hilfsmission bewilligen wird, doch ich kenne die Wahrheit: Die Republik ist viel zu hoch verschuldet, um es sich leisten zu können, eine unbedeutende Welt im Äußeren Rand zu unterstützen. Andernfalls würde mein Team auch nicht in dieser Schrottkiste, deren Hyperraumantrieb eher als Sublicht-Antrieb klassifiziert werden sollte, nach Felucia reisen müssen, sondern ein vernünftiges Forschungsschiff zur Verfügung haben. Doch wie gesagt die Mittel sind knapp und, wenn man den Gerüchten glaubt, steht die nächste Invasion kurz bevor, sodass anschließend eh nur noch Schutt und Asche übrig bleiben wird. Umso wichtiger ist es daher aus wissenschaftlicher Sicht, dass wir möglichst zeitnah die Biosphäre des Planeten dokumentieren und analysieren.

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In diesem Blog begibst Du Dich auf eine Forschungsreise nach Felucia — noch ahnungslos, dass Du schon bald sehr froh über Deine Klonkrieger-Eskorte sein wirst…

Abstecher nach Coruscant oder Geonosis gefällig? | Mehr Blogs in der Jedipedia: Rezensionen · TOP TEN · Starring · Übersichtsseite


3256:3:7 LY — Ankunft auf Felucia


Felucia


Früher als erwartet sind wir nun doch auf Felucia angekommen. Im Orbit schweben noch die traurigen Überreste des zerstörten Medcenters, doch der Anblick der grün-braunen Kugel mit ihren acht Trabanten bleibt gigantisch. Zu gerne würde ich die Faunen und Floren der Himmelskörper miteinander vergleichen, doch unsere Eskorte würde vermutlich bei der kleinsten Kursabweichung Meldung nach Coruscant erstatten. Die separatistische Blockade befand sich wie erwartet auf der anderen Seite des Planeten, sodass sie uns keine Schwierigkeiten bereitete. Ich frage mich daher umso mehr, was sich das Oberkommando davon erhofft, zehn Klonkrieger in voller Montur auf einem Barloz-Frachter zu stationieren, doch mein Doktorvater hat mir geraten, sich keine Gedanken darüber zu machen. Dennoch komme ich nicht umhin zu bemerken, dass ihre bloße Anwesenheit meine pazifistischen Kollegen verstört und sich vermutlich negativ auf unsere Arbeitsmoral auswirken wird. Der Eintritt in die Atmosphäre gestaltete sich schwieriger als erwartet, da das Navigationssystem unerwartet ausgefallen ist und unser Pilot alle paar Sekunden den Kurs manuell korrigieren musste. Irgendwann hat mich schließlich die Erschöpfung übermannt.

Gerade eben bin ich wieder aufgewacht. Es ist mitten in der Nacht. Ich scheine die komplette Landung verschlafen zu haben, denn ich liege auf einem Feldbett inmitten eines winzigen Hauses. Es besteht aus nur einem einzigen runden Raum, der eine kleine Einbauküche und einen abgetrennten Erfrischungsraum beherbergt. Aus der Möbelgröße schließe ich, dass mein Gastgeber wesentlich kleiner als ich sein muss. Ich richte mich vorsichtig auf und es verschlägt mir den Atem. Durch das riesige Panoramafenster vor mir erhasche ich meinen ersten Blick auf die Oberfläche des Planeten.

Felucia Nacht

Ich habe in meinem kurzen Leben schon viele beeindruckende Landschaften sehen dürfen, doch Felucias Schönheit hätte ich mir nicht mal in meinen Träumen ausmalen können. Ich komme mir vor wie in einem U-Boot unter Wasser: Ein dichter Wald aus fluoreszierenden Farnen und Pilzen ragt vor mir in die Höhe und leuchtet in allen erdenklichen Farben vor dem Dunkel der Nacht. Diese Aussicht ist so surreal, dass ich im ersten Moment glaube, man habe mir heimlich Todesstäbchen verabreicht. Hastig streife ich mir meine Klamotten über und meine Hand schwebt schon über dem Türöffner, um mich selbst auf einen kleinen Abendspaziergang einzuladen. Doch dann erinnere ich mich an die Berichte von den umherstreifenden Rancors und fleischfressenden Pflanzen und halte inne. Morgen ist auch noch ein Tag.

3256:3:9 LY — Akira
Casiss

Heute früh wurde ich vom Zischen des Türöffners aufgeweckt. Ein ungefähr 1,40 Meter großes humanoid-reptiloides Wesen mit gelber Haut, langen Beinen und kurzen Armen betrat die Unterkunft und brachte mir etwas zu essen und zu trinken. Mein Gastgeber stellte sich als Casiss vor und offenbarte mir, dass ich mich wie erwartet in dem Bauerndorf Akira befand, dessen Anführer er war. Ich hatte bereits vor einigen Monaten schriftlich mit ihm kommuniziert, als ich angefragt hatte, ob sie uns bei unserer Mission unterstützen könnten. Den Vormittag verbrachte ich damit, mich mit meinem Team über unser weiteres Vorgehen zu beraten. Wir waren alle sehr überrascht über unseren freundlichen Empfang und, nachdem es für heute eh schon zu spät war, um noch eine vernünftige Exkursion starten zu können, entschieden wir, den restlichen Tag den Farmern bei der Ernte zur Hand zu gehen und ihnen somit unsere Dankbarkeit zu zeigen. Nur die Soldaten wollten unbedingt noch sofort die Umgebung erkunden und brachen deshalb alleine auf.

Akira
Felucianer Tee-muss


Die Einheimischen von Akira bauen Nysillin an, ein pilzförmiges Heilkraut, das zu den wertvollsten Pflanzen der Galaxis zählt. Sie verwenden Repulsorlift-betriebene Maschinen, die die Felder mähen und das Kraut zu Bündeln zusammenpressen, die die Felucianer wiederum mit Tee-muss zu riesigen Scheunen transportieren. Während ich die Bündel stapelte, fiel mir ein Elektro-Zaun auf, der das gesamte Dorf umgab. Ich vermutete, dass dieser Akira vor den Raubtieren schützen sollte, doch Casiss erzählte mir, dass seine Gemeinde in der Vergangenheit von Weequay-Piraten erpresst worden war, die sie nur mit Hilfe von Kopfgeldjägern und drei zufällig vorbeikommenden Jedi vertreiben konnten. Voller Stolz zeigte er mir einige schwungvolle Bewegungen mit dem Stock und stellte klar, dass sie inzwischen gelernt hatten, sich alleine zu verteidigen. Als am Abend die Klone zurückgekehrt waren und wir alle zusammen um das Lagerfeuer saßen und Geschichten austauschten, wurde mir bewusst, dass die Felucianer dies auch bitter nötig hatten. Vor 27 Millenia, noch vor der Erfindung des Hyperantriebs, wurde der Planet von Gossams entdeckt und unter dem Namen „Galuch“ kolonialisiert. Er diente den reichen Gossams und ihren Sklaven als exotisches Ausflugsziel. Auch wenn Felucia im Laufe der Zeit oftmals seine politische Zugehörigkeit wechselte, verloren die Gossams nie gänzlich die Kontrolle über die Welt und manifestierten ihre Macht in Form der Handelsgilde. Vor 32 Jahren trat der Planet offiziell der Republik bei und bekam einen Sitz im Galaktischen Senat, vermutlich um die Fraktion der Handelsföderation zu stärken. Als die Handelsgilde in der Konföderation unabhängiger Systeme aufging, schloss sich die politische Führung des Planeten, die nur die Interessen der Gossams vertrat, den Separatisten an und General Grievous errichtete nach Beginn der Klonkriege eine Blockade um die Welt. Felucias günstige Lage an der Perlemianischen Handelsroute scheint den Einheimischen nie wirklich Glück gebracht zu haben.

3256:3:10 LY — Exkursion 1
Gelagrub

Die Natur auf Felucia ist von einer unvergleichlichen Intensität. Sobald man das Bauerndorf verlässt, wird man von der tropischen Feuchtigkeit und dem Geruch nach süßem Nektar oder verfaulenden Kadavern geradezu überwältigt. In der Universitätsbibliothek habe ich gelesen, dass diese Wälder das Ergebnis kosmischer UV-Strahlung des Sterns Felix sind. Pilze, Pflanzen und Tiere mussten eine tiefgehende Symbiose entwickeln, um sich in dieser lebensfeindlichen Umgebung durchsetzen zu können. Casiss hat uns gezeigt, wie man auf Gelalarven, diesen überdimensional großen Gelatine-artigen Erdkäfern, reitet. Wie die meisten Tiere auf Felucia haben sie eine halb-transparente Haut, die UV-filternde Chemikalien aus verdauten Flechten aufnehmen, innerhalb des Körpers verteilen und so den Organen einen natürlichen Sonnenschutz bieten kann. Unser heutiges Ziel war ein nahe gelegener Rancor-Friedhof. In der Mitte dieser Ansammlung aus unzähligen Skeletten befand sich eine Umbauung, die nur aus Knochen errichtet worden war. Auch wenn wir glücklicherweise keinem lebendigen Exemplar dieser Bestien begegnet sind, haben wir auf dem Weg viele andere Tierarten wie durchsichtige Vögel, Flugrochen, Ripper und Riesenschnecken katalogisieren können. Sofern es sich um kleinere Spezies handelte, haben wir sie auch einfangen und zur weiteren Analyse in Transportcontainer stecken können. Wieder einmal verbrachten wir den Tag mit unseren einheimischen Freunden und nicht unser eigentlichen Eskorte. Nach längerem Zögern und wider besseren Wissens habe ich am Abend dann doch ihren Sergeant, einen Mann namens Sinker mit grauen Markierungen auf der Rüstung, nach ihrer Aufgabe hier gefragt. Darüber dürfe er mir keine Auskunft geben, lautete die knappe Antwort. Kein Wunder, dass nur 43 % der Zivilisten eine positive Meinung über die Klone haben.

'3256:3:11 LY — Exkursion 2

Felucia Rancor

Dies ist mein dritter Tag auf Felucia und, auch wenn ich mich langsam an die atemberaubende Aussicht gewöhnt habe, so bin ich immer noch fasziniert davon, wie alles um mich herum im Sonnenlicht glitzert. Sicherlich tragen auch die unzähligen winzigen Insekten dazu bei, die durch die Luft schwirren. Ich habe heute gelernt, dass man auf Felucia immer seine Umgebung im Auge behalten muss. Es gibt trichterförmige fleischfressende Pflanzen, die ihre Beute blitzschnell verschlingen können. Außerdem wachsen am Wegesrand kleine Pilze, die ohne Vorwarnung explosionsartig ihre Sporen verbreiten und dabei giftige Dämpfe ausstoßen. Wir hatten auf einer größeren Lichtung Rast gemacht, als direkt vor uns plötzlich ein gewaltiger Bull-Rancor unseren Weg kreuzte. Es war nicht der erste Rancor, den ich gesehen hatte, aber mit Abstand der größte. Zum Glück nahm er uns nicht wahr und verschwand recht schnell wieder im Dickicht. Casiss meinte, die Macht hätte uns vor einem grausamen Tod bewahrt. Als Wissenschaftlerin habe ich da natürlich meine Zweifel, aber ich wollte keine unnötige Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen. Dennoch würde uns das Thema so schnell nicht loslassen: Da wir mitunter untersuchen, welche unterschiedlichen Auswirkungen ein Ökosystem auf Zivilisationen haben kann, haben wir unsere Gastgeber heute Morgen gebeten, uns mit ihrer Kultur vertraut zu machen. Die Farmer haben sich gegenseitig ominöse Blicke zugeworfen und Casiss erklärte sich schließlich damit einverstanden, uns an einen heiligen abgelegenen Ort mit dem verheißungsvollen Namen „Ahnenschlucht“ zu führen. Auf dem Weg dorthin erzählte er uns von den Dschungel-Felucianern — einer amphiboiden Spezies, mit der sie zwar die Heimatwelt teilen, aber weder verwandt noch in näherem Kontakt sind. Nachdem die Gossams sich auf Felucia ausgebreitet hatten, waren beide Spezies in die Wildnis geflohen. Doch während Casiss' Urahnen sich zu kleinen Selbstversorgungsdörfern, die sich auf den Anbau von Nysillin spezialisierten, zusammenschlossen, zogen sich die in einer globalen Stammesgemeinschaft lebenden Dschungel-Felucianer in unterirdische Höhlen zurück. Man dürfe jedoch nicht den Fehler machen und sie als primitiv bezeichnen, betonte Casiss, denn sie verfügten über eine tiefe Bindung zur Macht und könnten sich somit ihre gesamte Umwelt zu Nutze machen. Aufgrund dieser engen Symbiose wachten ihre Schamanen über den Stamm und stellten sicher, dass ein der Dunklen Seite verfallenes Individuum nicht das Gleichgewicht des ganzen Planeten gefährden würde. Die Frage nach dem Wie erübrigte sich, als sich vor uns die Ahnenschlucht auftat.


Felucia Ahnenschlucht

Ich brauchte einen Moment, um zu registrieren, dass das, was ich vor mir sah, ein riesiger Sarlacc war, der sich über mehrere Kilometer erstreckte. Und noch schockierter war ich, als ich erkannte, dass zwischen den gewaltigen Zähnen, die wie Felsspitzen rund um den Schlund aus dem Boden ragten, kleine Hütten standen. Die Dschungel-Felucianer hatten ein Dorf inmitten ihrer Opferstelle errichtet. Ich konnte nur schwer einschätzen, wie lange die Tentakeln dieser Bestie sein mussten, deswegen war mir nicht wohl bei dem Gedanken, sich noch länger in ihrer Nähe aufzuhalten, und ich drängte zu einem raschen Aufbruch. Auf dem Rückweg nach Akira herrschte mulmiges Schweigen.

3256:3:12 LY — Exkursion 3

Felucia BF2

Gestern Abend hat mich Sinker zur Seite genommen und mir mitgeteilt, dass heute unser letzter Tag auf Felucia sein würde. Die Klone mussten irgendetwas Wichtiges auf ihren Solo-Ausflügen entdeckt haben, denn sein Ton ließ keine Widerrede zu. Aufgrund der Blockade im Orbit konnte ich meinen Doktorvater leider nicht kontaktieren, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als den Soldaten zu gehorchen. Ich befürchtete, dass sie sich anderenfalls mit unserem Schiff, aber ohne uns, aus dem Staub machen würden. Immerhin konnte ich mir noch eine letzte Exkursion erhandeln. Sinker bestand darauf, dass seine Truppe uns begleitete, was mir angesichts der Rancoren und Sarlaccs dort draußen ganz recht war. Wir gingen unsere Routen der letzten Tage ab und blieben an Stellen, die uns im Gedächtnis geblieben waren, stehen, um sie näher zu untersuchen. Wir fächerten aus und ich entfernte mich ein wenig von der Gruppe, um das Moos an einem der versteinerten Baumstümpfe einzutüten. Plötzlich vernahm ich dumpfe Klänge, die so gar nicht in die Kakophonie der Wildnis passten. Neugierig ging ich um den Baum herum... und rannte direkt in einen B1-Kampfdroiden. Geistesgegenwärtig drückte ich seine robotischen Arme nach unten, um zu verhindern, dass er seinen Blaster auf mich richten konnte. Ich glaubte, in seinen seelenlosen Fotorezeptoren das Äquivalent zu einem menschlichen Erstaunen erkennen zu können, doch bevor ich meine These auch nur zu Ende denken konnte, schoss ein blauer Lichtstreifen durch die Luft und verwandelte den Kopf des Droiden in geschmolzenes Metall. Ich drehte mich um und sah Sinker hinter mir mit gezogener Waffe stehen. Er zog mich zu sich und gab mir Deckung, während er zwei weitere Droiden, die aus dem Gebüsch auftauchten, ausschaltete. Später erfuhr ich, dass die Klone gestern einen nahegelegenen Separatisten-Außenposten entdeckt hatten und ich wohl auf eine Patrouille gestoßen war. Das Oberkommando hatte Sinkers Team nach Felucia geschickt, um die Gegend für die republikanische Invasion auszukundschaften. Man wollte ein weiteres Debakel vermeiden. Die Exkursion war damit jedenfalls beendet. Sinker hetzte uns zurück nach Akira, während schon die ersten Kanonenboote über unsere Köpfe sausten, und wies uns an zu packen. Er selbst redete aufgebracht auf Casiss ein und schien einige Farmer als Wegweiser für die nächtliche Truppenlandung rekrutieren zu wollen. Dabei betonte er immer wieder, dass sie nun die Möglichkeit hätten, sich bei General Skywalker zu revanchieren. Mir wurde klar, dass ich hier nichts mehr verloren hatte. Felucia würde sich in Kürze in ein tödliches Schlachtfeld verwandeln, das jegliche natürliche Ordnung außer Kraft setzen würde. Ich verabschiedete mich hastig von den Farmern und begab mich dann in die Vierarmige Heptapode. Die letzten Minuten habe ich damit verbracht, Backups von meinen Journal-Einträgen und Niederschriften von unseren bisherigen Forschungsergebnissen zu erstellen — für den Fall, dass wir den Rückflug durch die Raumschlacht nicht heil überstehen.

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