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Ich habe Dave Filoni, den Regisseur von The Clone Wars und ausführenden Produzenten von Rebels, bereits 2013 auf der Star Wars Celebration Europe sehen dürfen, als er damals einen First Look auf Star Wars Rebels präsentierte, und ich muss sagen, er hat dort schon einen äußerst sympathischen Eindruck auf mich gemacht. U. a. das war ausschlaggebend dafür, dass ich mich gegen das Ian McDiarmid-Panel entschieden habe – aber natürlich auch, dass das Filoni-Panel mit zwei Stunden eine wesentlich humanere Wartezeit anbot, um auch tatsächlich noch einen halbwegs guten Sitzplatz zu bekommen.

Gemeinsam mit Filoni saß Pablo Hidalgo auf der Bühne, Mitglied des „Lucasfilm Story Team“ und seines Zeichens Erklärbär für Filoni, der sich trotz seiner fast 10-jährigen Arbeit an Star Wars nicht unbedingt immer an jedes Detail, jede einzelne Geschichte, oder jeden Charakter erinnern kann – dabei machen seine eigenen Erfindungen und Entwicklungen keine Ausnahme. Hidalgo springt dann immer gerne ein und hilft Filoni auf die Sprünge, wenn er bspw. gerade keine Namen zuordnen kann. Aber Filoni macht auch gar keinen Hehl daraus, dass man einfach nicht immer alles wissen kann. Vielleicht macht ihn gerade das mir gegenüber besonders sympathisch.

Im Panel selbst ging es um einige Geschichten, die es nicht in die Serie The Clone Wars schafften, die aber trotzdem einige tolle Hintergrundinformationen zur Charakterentwicklung oder anderen Aspekten aus dem Star Wars-Universum liefern. Besonders interessant ist, dass diese Geschichten damit nicht unbedingt als komplett „verloren“ gelten, sondern manches, sind es auch nur Grafik-Assets o. ä., auch noch für Rebels eine Rolle spielen, oder als Comics oder Bücher umgesetzt werden und es somit doch noch in den Star Wars-Kanon schaffen. Eine Miniserie zu Darth Maul oder der im Juli erscheinende Roman Dark Disciple – dazu später mehr – sind nur zwei Beispiele dafür.

Die erste Geschichte, die nicht in der Serie gezeigt werden konnte, beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Cad Bane und Boba Fett. Bane übernimmt hierbei eine Art Mentorrolle für den jungen Boba, die dessen verstorbener Vater nicht länger ausfüllen kann und der Duros-Kopfgeldjäger sieht es als seine Aufgabe, aus seinem neuen Schützling einen ordentlichen Kämpfer zu machen, der seinem Vater in nichts nachsteht. Filoni und Hidalgo zeigen einen ersten von weiteren Filmclips, die aus einer frühen Produktionsphase stammen, in der nur grobe Charakter- und Landschaftsmodelle zu sehen sind; noch ohne großartige Texturen, flüssige Animationen oder Lichteffekten. Boba und Cad sitzen an einem Lagerfeuer in der Wüste von Tatooine und unterhalten sich u. a. über ihren Plan, einen Stamm Tusken-Räuber zu infiltrieren, die daraufhin das Lager der beiden überfallen. Doch Cad hat dies vorhergesehen, Boba einen Peilsender mitgegeben und diesem geraten, beim Angriff nicht zu viel Widerstand zu leisten. Bane macht kurzen Prozess mit seinen Gegnern, lässt sie jedoch gemäß nach Plan seinen Schützling bewusstlos schlagen und in die Wüste entführen. Die Szene schließt mit einem Blick Banes auf sein Ortungsgerät, das ihm die Position von Boba verrät.

Die zweite gezeigte Story hätte direkt an den ebenfalls nicht ausgestrahlten „Bad Batch“-Handlungsbogen angeschlossen, der sich um einen Trupp experimenteller Klonkrieger mit „unkonventionellen“ Herangehensweisen dreht. Ihre Namen gehen aus einer Konzeptzeichnung hervor: Wrecker, Tech, Crosshair und Hunter. Handlungsort wäre Kashyyk gewesen, auf dem Trandoshaner gemeinsam mit Separatisten den Wookiees das Leben schwer machen. Um die Störenfriede zu vertreiben, planen die Wookiees, gezielt ein Feuer zu legen. Damit der Wald von Kashyyk ihnen dies auch gestattet, fragt Tarfful diesen um Erlaubnis, denn eine spezielle, „Macht-ähnliche“ Verbindung ermöglicht die Kommunikation zwischen dem Wald und den Wookiees. Auf besonderen Reittieren, den sogenannten „Tree Spirits“ (dt. etwa „Baumgeister“) machen sich die Wookiees, gemeinsam mit dem Bad Batch, auf den Weg, stoßen unterwegs jedoch auf mannshohe, Gottesanbeterinnen ähnelnde Kreaturen namens „Net Caster“ (dt. etwa „Netzwerfer“), die klebrige Netze verschießen können und die Gruppe in ein Gefecht verwickelt.

Der dritte Handlungsbogen, der ebenfalls als grobe, wenn auch schon etwas fortgeschrittenere Animation gezeigt wurde, thematisiert die vom Pfad der Sith abgekommene Asajj Ventress und ihr neues, „neutrales“ Leben – repräsentiert durch ihren neuen Haarschnitt im punkartigen Undercut-Stil. Die Geschichte sollte dabei in einem Crossover mit Quinlan Vos resultieren, der George Lucas besonders gut gefiel und den er gerne weiterentwickelt sehen wollte. Ganz im Gegensatz dazu war er unzufrieden damit, wie Ventress als Schülerin von Count Dooku endete und war daher froh über ihre neue Bestimmung, die man in Clone Wars für sie vorsah. Im Clip sieht man Ventress auf einem Gebäude in Pantora City stehen, wie sie mit einem Bogen, dessen „Energiesehne“ eine Referenz auf Hanks Energiebogen aus dem D&D-Cartoon „Im Land der fantastischen Drachen“ ist, ihr Ziel anpeilt. Sie verschießt ein Energieseil, an dem sie entlangrutscht und sich so ihrem Ziel nähert, welches Ventress jedoch rechtzeitig bemerkt und flüchtet. Es beginnt eine Verfolgungsjagd zu Fuß. Zur gleichen Zeit nimmt Quinlan Voss dasselbe Ziel aufs Korn und macht sich ebenfalls auf den Weg, schneidet ihm den Weg ab und wirft es zu Boden, sehr zum Missfallen von Ventress. Ein weiterer Clip zeigt eine spätere Stelle aus demselben Handlungsbogen, als Dooku von einigen Kopfgeldjägern umzingelt wird, er diese jedoch ohne größere Probleme ausschalten kann. All das ist Teil des im Juni erscheinenden Romans „Dark Disciple“ und wird somit in Buchform erzählt, wenn es diese interessante Geschichte schon nicht in die Fernsehserie geschafft hat.

Die letzte Geschichte mit begleitendem Clip spielt zeitlich zu den Ereignissen von Episode III – Die Rache der Sith und darüber hinaus. Im Fokus steht die weitere Entwicklung von Ahsoka Tano und einigen bestimmten Klonen. In der Animation ist Ahsoka zu sehen, wie sie mit ihrem Speederbike über Coruscant düst, das über einem der senkrechten Verbindungstunnel in die unteren Ebenen des Planeten jedoch den Geist aufgibt. Ahsoka kämpft damit, ihren Speeder wieder zum Laufen zu bringen, nicht abzustürzen und den Schiffen um sie herum auszuweichen. Letzten Endes gelingt es ihr, auf einer hervorstehenden Plattform gerade noch so zum Stehen zu kommen und macht dort gleichzeitig Bekanntschaft mit einem dort tätigen Laden-/Werkstattbesitzer.

Zwischendurch stellten Filoni und Hidalgo noch einige weitere Ideen ohne bereits vorproduzierte Szenen vor. Dabei ging es bspw. um eine Geschichte über die Jedi-Meisterin Depa Billaba, den Folgen einer Schlacht zwischen Separatisten und Mandalorianern auf Ord Mantell, einem Flieger-Wettstreit zwischen Klonen ganz im Stile von Top Gun, oder sogar einer Entführung durch die Yuuzhan Vong. Weitere Konzeptbilder und Zeichnungen zeigten das Lichtschwert von Oppo Rancisis und einer Malerei, die Padmé Amidala in aufreizender Pose zeigt. Letzteres hätte man in der Serie auf einem Schiff des Bad Batch zu sehen bekommen – als Anspielung auf die Fliegerverzierungen des 2. Weltkriegs –, als Anakin Skywalker und Rex an diesem Bild vorbeigehen. Anakin hält kurz inne, betrachtet das Bild und meint (sinngemäß) zu Rex: „Das verschwindet aber wieder!“

Was meint ihr? Findet ihr die hier beschriebenen „nicht erzählten“ Geschichten spannend? Findet ihr es schade, dass sie es nicht mehr in die Serie geschafft haben? Hofft ihr, das möglichst viel davon doch noch umgesetzt wird, sei es in Form von Romanen oder Comics? Schreibt es in die Kommentare! Ich hoffe, diese etwas ausführlichere Zusammenfassung des Panels auf der SWCA 2015 hat euch einen kleinen Einblick geben können, was auf der Bühne stattfand :)

Siehe auch: Liveblog auf starwars.com

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