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Solo Logo Kritik
Es ist nun schon einige Zeit her, dass Solo: A Star Wars Story in den Kinos zu sehen war. Damals habe ich mir einige Gedanken um den Film gemacht und 10 Gründe gefunden warum dieser Film für mich zu einem der besten Star Wars Filmen überhaupt gehört. Ich wollte mit der Veröffentlichung warten bis die meisten den Film gesehen haben sollten, dennoch gilt eine "kleine" Spoilerwarnung für die aktuellen Star Wars Filme unter Disney.

Es handelt sich hierbei um meine ganz eigene, subjektive Meinung und ich freue mich in den Kommentaren von eurer Meinung zu jenem Spin-Off zu erfahren. Ihr könnt dabei natürlich auch gerne auf meine Aussagen Bezug nehmen, wie ihr darüber denkt. Insbesondere im letzten Abschnitt sollte meine Position gegenüber den neuen Star Wars Filmen deutlich werden.

1. Die Geschichte rund um Han Solo

Ein guter Film kann nur dann wirklich gut sein, wenn die Story gut ist. Für mich ist Solo aber nicht einfach nur ein sehr guter Film sondern ein herausragender Star Wars Film. Und das liegt natürlich vor allem an der Geschichte rund um den beliebten Charakter des Han Solo. Der Film hat eine mehr als gelungene und vor allem glaubhafte Story, die einfach zum Star Wars Universum passt und so oder ähnlich jederzeit auf irgendwelchen der vielen Planeten passiert sein konnte. Nichts wirkt auch nur ansatzweise deplatziert und so passt der Film gut in den Kanon. Für wen Star Wars nur die Geschichte zwischen gut und böse ist, der hat wohl noch nicht begriffen wie groß das Star Wars Universum wirklich ist. Das Fass mit dem vielen Potenzial, welches mit Rogue One geöffnet wurde, scheint noch nicht leer zu sein. Wir können uns also noch auf einen dritten Spin-Off freuen, den wir aber erst 2020 zu Gesicht bekommen werden.

2. Der würdevolle Umgang mit den Legends

Zwar habe ich mich selbst nie mit dem Expanded Universe beschäftigt, doch freute es mich sehr im nachhinein erfahren zu haben, wie würdevoll die Macher von Solo mit diesen Vorlagen umgegangen sind. Dabei haben sie sich nur grob an den Legenden orientiert und eine völlig eigene Geschichte erzählt die dennoch beide Arten von Fans glücklich macht. Also die, die das EU kennen und die, welche es nicht kennen.

3. Die grandiose Einbindung des neuen Kanons

Bisher waren zusätzliche Geschichten aus dem Star Wars Universum, welche in Büchern und Serien erzählt wurden, stets Bonusmaterial und wurden meist von den Handlungen der Kinofilmen strikt getrennt. Mit Solo wurde das Eis gebrochen und eine Figur zurück auf die Leinwand geholt die man zuletzt in Episode 1 gesehen hat und eigentlich tot geglaubt war. Lediglich wer sich mit den "Kinderserien" The Clone Wars und Rebels auseinandergesetzt hat ist wenig überrascht vom Auftritt des Darth Maul. Ihn in den Film mit einzubauen war eine wirklich großartige Idee. Denn auch jene Serien die hauptsächlich Unterhaltung von Kindern darstellen spielen in dem selben Kanon wie die Filme für die Großen. Jetzt wird uns das aber zum ersten Mal so richtig bewusst gemacht.

4. Die sympathischen Hauptcharaktere

Sämtliche Figuren aus dem Film wirken sofort sympathisch und handeln nachvollziehbar und dabei ist es egal ob es sich um den noch jungen und naiven aber doch kluge Han Solo oder um einen gewieften Lando Calrissian handelt. Einfach alle Charaktere im Bild sind einsame klasse.


5. Die ernstzunehmenden Antagonisten

Dass Han Solo eigentlich nahezu überall aneckt ist ja nicht verwunderlich und so überrascht es auch nicht das seine "Gegner" keine gewöhnlichen Personen sondern wirklich ernstzunehmende Bösewichte sind. Der Film macht damit so einiges richtig, was ich in Episode 7 und 8 schmerzlich vermisst habe.

6. Easter Eggs, Referenzen und Cameo-Auftritte

Neben den vielen offensichtlichen Referenzen zur originalen Trilogie gibt es auch nur nebenbei erwähnte und teils gut versteckte Easter Eggs und Referenzen. Ganz Star Wars typisch kommen auch Cameos nicht zu knapp.

7. Der originale Soundtrack

Während in Rogue One noch ausschließlich neu komponierte und inszenierte Stücke eingesetzt wurden, welche sich prima ins Gesamtbild eines Star Wars Filmes einprägten, kombiniert Solo: A Star Wars Story eben jene neuen Tracks gemeinsam mit dem alten originalen Soundtrack und sorgt damit für richtige Nostalgie und einige Momente in denen ich feuchte Augen bekam. Wenn die Nostalgie in Episode 7 mal ebenso gut eingesetzt worden wäre.

8. Altbekanntes aus Star Wars

Nicht nur der Soundtrack lässt erkennen: Hierbei handelt es sich um einen waschechten Star Wars Film! Auch die Statisten und Kulissen machen so einiges richtig, was in Episode 8 versäumt wurde. Wir bekommen neben neuen Rassen aus dem Star Wars Universum auch endlich wieder eben jene auf die Leinwand, die wir bereits kennen. So wirkt es wirklich so, als wäre das alles ein großes Universum. Und auch Requisiten und Kulissen passen sich dem an, was wir bereits kennen oder zumindest erwarten. Genauso muss ein Star Wars FIlm in meinen Augen aussehen.

9. Die wunderbaren Darsteller

Hier muss von vornherein etwas geklärt werden: Ja, Harrison Ford ist Han Solo aber das bedeutet nicht, dass Han Solo auch gleichzeitig Harrison Ford ist. Han Solo ist eine fiktive Figur und Harrison Ford nur ein Darsteller eben dieser Figur. Schade das die Tatsache, dass dies einige nicht zu verstehen scheinen, den meisten Star Wars Darsteller aus der originalen Trilogie die Karriere als Schauspieler erschwert hatte. Sie wurden immer mit Star Wars in Verbindung gebracht und so scheint es wohl nicht verwunderlich, dass Harrison Ford Han Solo hasst.

Man hat es tatsächlich geschafft nicht nur gute Darsteller für den Film zu casten sondern auch das diese ihre Rollen nachvollziehbar spielen. Alden Ehrenreich und Donald Glover sind dabei nur zwei der wirklich herausragenden Darsteller, die es wirklich geschafft haben unsere liebsten Figuren aus dem Star Wars Universum so ebenbürtig zu verkörpern. Was natürlich nicht zuletzt auch an dem grandiosen Drehbuch liegt. Ist aber auch kein wunder wenn das Drehbuch von Lawrence Kasdan stammt, der eben auch Episode 5 geschrieben hatte. Sein Sohn Jon hat übrigens ebenso mitgeschrieben. Womöglich ein zukünftiger Star Wars Drehbuchautor? Wir sind gespannt... Neben den grandiosen neuen Darstellern hat man es auch nicht versäumt für den Charakter des Sith Maul eben jenen Darsteller aus Episode 1 zu casten. Knapp 20 Jahre nach eben dieser kehrte Ray Park also als Darth Maul zurück auf die Leinwand.

10. Die gelungene Synchronisation

Auch wenn die meisten Star Wars Fans den Film lieber in OT hören, so muss ich unsere deutsche Synchronisationskultur nicht verstecken und hat auch bei Solo sehr gute Arbeit geleistet. So hört sich die deutsche Synchro stets passend an und fügt sich prima ins Gesamtbild ein. Darth Maul konnte man so auch im deutschen bereits an seiner Stimme erkennen, welche man aus den Serien kannte.

Ist alles Gold was glänzt?

Im Falle des neuen Star Wars Spin-Off meiner Meinung nach auf jeden Fall. Ich bin ohne irgendwelche Erwartungen völlig uneingenommen ins Kino gegangen und wahnsinnig begeistert wieder herausgekommen. Obwohl ich mir nichts unter dem Titel vorstellen konnte und auch die Trailer für mich eigentlich vollkommen nichtssagend waren, wurde ich nicht enttäuscht. Solo: A Star Wars Story ist für mich nicht einfach nur ein grandioser Kinofilm sondern auch ein erstklassiger Star Wars Film! Ist es aber der für mich beste Star Wars Film überhaupt? Diese Frage gestaltet sich mir generell sehr schwer, da ich mich einfach nicht entscheiden kann welchen Film ich jetzt mehr mag als einen anderen. Dennoch ist Rogue One bisher mein absoluter Favorit. Was mich im nachhinein bei dem FIlm als einzigstes gestört hat war der vollkommen fehlende OST. Diesen Fehler hat Solo nicht gemacht und so müsste dieser FIlm eigentlich meine neue Nummer 1 sein. Ich möchte mich aber dennoch zurücknehmen und die Filme nicht in eine Rangliste packen sondern als einzelne Werke in einem großen Kosmos betrachten. Gibt es aber denn nichts was mich an Solo stört? Auf den Lauftext bei Rogue One zu verzichten, war für mich anfangs noch undenkbar, am Ende aber eine gute Idee die Spin-Offs von den Episoden zu trennen. So hat auch Solo keinen Lauftext und dennoch wurde am Anfang mit Text als Einleitung gearbeitet. Eine durchaus funktionierende Idee aber für mich irgendwie doch enttäuschend. Hätte man das nicht anders verpacken können? Und damit meine ich gar keinen Sprecher sondern Bilder. So viele Informationen geben uns die paar blauen Sätze auf dem schwarzen Grund nämlich auch nicht. Da dieser winzige Punkt allerdings der einzige ist, der mich an dem Film im nachhinein und auch während dem betrachten wirklich gestört hat, zeigt einfach wie grandios dieser Film für mich war und ist. Ein Gefühl welches ich bei den neuen Episoden 7 und 8 einfach nicht habe. Zwar benötige ich für ein endgültiges Fazit die neunte Episode aber dennoch scheint sich zu bestätigen was ich bereits in meiner Kritik im Dezember vermutet habe. Die Spin-Offs machen für mich alles richtig, während die Episoden so ziemlich alles falsch machen und einfach nur unnötig sind. Natürlich kann man auch sagen, dass die Prequels niemand gebraucht hätte aber diese erzählen wenigstens eine Geschichte die George Lucas erzählen wollte. Ich hätte es besser gefunden wenn Disney anstatt drei neuer Episoden und drei Spin-Offs lieber sechs Spin-Offs produziert hätte. Diese fühlen sich für mich so viel mehr nach Star Wars an und eben dieses Gefühl brauche ich als Star Wars Fan einfach.

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