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Star Wars: The Clone Wars ist nun, endlich und leider, zu Ende. Für viele Star Wars Fans, so auch für mich, ist die Serie ein treuer Begleiter durch die Kindheit und deren Finale daher von grossem Wert. In diesem Beitrag kommentiere ich meine Gedanken, meine Gefühle und Meinung in Bezug auf die siebte Staffel Clone Wars. Auch wenn es nicht primär um Inhalte geht, rufe ich eine dringende Spoilerwarnung aus, für alle, die die Inhalte der siebten Staffel The Clone Wars noch nicht kennen, da ich einige der Ereignisse kommentiere oder zitiere.

Die Ära der Klonkriege, und vor allem die Serie, welche diese Ereignisse detaillierter beschreibt, blieb lange unvollendet, lange offen, obwohl es eine ganze Reihe unfertiger Folgen und offene Fragen gab, die noch beantwortet werden mussten. Viele der Fragen wurden geklärt, doch einige bleiben nach wie vor offen. Um es in einer Metapher auszudrücken: Die Finale Staffel wirft lange Schatten, denn einerseits geht eine Ära langsam zu Ende, doch sie ist auch ein Übergang in eine neue Zeit der Tyrannei des Imperiums, das sich aus den Trümmern der Galaktischen Republik erhebt. Die kurze Endszene der zwölften Folge "Victory and Death" ist in der gesamten Serie etwas einzigartiges: Sie spielt einige Zeit nach den Klonkriegen, sie zeigt Darth Vader und imperiale Truppen - eine Andeutung auf eine neue Animationsserie? Auf eine Rebels-Nachfolgeserie? Zweifelsfrei weckt sie Hoffnungen und Träume in den Herzen der Fans.


RexFinal1

Doch zum jetzigen Zeitpunkt sind die Tore die geschlossen wurde wichtiger, als diejenigen, die geöffnet wurden oder geöffnet werden können. Die Serie war vor allem eins: Ein Abschluss. Ein Abschluss, der von vielen als düster und zu offen erscheint. Dieser Ansicht trete ich entschlossen entgegen, denn es war das wohl emotionalste und epischste Ende, das ich mir hätte vorstellen können. Lange darüber nachzudenken ohne in Trauer zu fallen, ist momentan schlicht unmöglich. Als Ahsoka ihr Lichtschwert vor den Gräbern der Klone fallen lässt, verliert sie mehr als nur eine Waffe. Sie lässt ihr Leben als Soldatin der Republik endgültig zurück, bei ihren Waffenbrüdern, die sie bis zuletzt liebt, die sie nicht töten konnte, selbst als diese sich gegen sie wenden. Für Ahsoka und Rex endet das Kapitel der Klonkriege, doch nicht deren gesamte Geschichte. Die Folge, beziehungsweise die letzte Staffel erfüllt ihren Zweck diesbezüglich auf ganzer Linie. Es ist nicht ihre Aufgabe, die Geschichten von Ahsoka oder Rex zu beenden. Die Klonkriege enden als Darth Vader die separatistische Führung auf Mustafar exekutiert und Darth Sidious das erste Galaktische Imperium ausruft. Das was offen bleibt, zumindest im Zusammenhang mit Ahsoka und Rex, sind keine Geschichten, die in der Ära der Klonkriege erzählt werden müssen. Das wäre, in meinen Augen, die Aufgabe der Animationsserie "Star Wars: Rebels" gewesen, die stattdessen die Geschichte neuer Helden erzählt. Rebels setzt mit den Geschichten von Rex, Ahsoka und den anderen Charakteren, die man aus Clone Wars kennt (und zu denen ich auch noch einiges sagen werde), zu spät an. Die Lücke zwischen den beiden Serien ist zu gross, doch die Problematik hierbei liegt bei Rebels, welches früher hätte ansetzen müssen. Zumindest was Rex und andere uns bekannte Charaktere aus Rebels betrifft: Ahsokas Abenteuer, zwischen Rebels und Clone Wars, werden in einem ihr gewidmeten Roman geschildert.


Ein Problem mit Clone Wars gibt es aber dennoch. Es sind die Fragen, die wiederum von Rebels in den Raum geworfen werden - gerade zu den uns bekannten Charakteren. Einiges davon hätte in Clone Wars erklärt werden müssen, doch nicht zeitlich nach dem Mandalore-Plot, sondern davor oder parallel dazu. Sie hätten nicht in das Ende eingegriffen und nichts davon geklärt, was zwischen Clone Wars und Rebels passiert, aber sie hätten den Weg für diese Erklärungen geebnet. Beispiele sind Wolffe und Gregor: Sie haben ihre Inhibitorchips entfernt und sich Rex angeschlossen. Dieses Zusammentreffen fällt zwar in eine der angesprochenen Lücken, die Rebels hätte klären sollen. Doch in den Klonkriegen hätte man einige Meilensteine setzen sollen. Gerade zu Gregor, der nach seinem Auftritt in Clone Wars faktisch tot war. Seine Geschichte hätte problemlos Platz gehabt: Sowohl Staffel sechs, als auch Staffel sieben haben zwölf Folgen, statt, wie üblich, um die zwanzig. Insgesamt fehlen also an die fünfzehn bis zwanzig Folgen, wenn man die Defizite der letzten Staffeln zusammenzählt. Zusätzlich sollte man bedenken, dass es noch tonnenweise unfertiger Folgen gibt: Eine Handlung um Utapau, eine um Cad Bane und Boba Fett. Es wären zwar nicht dringend notwendige Geschichten, sie würden die fehlenden aber perfekt ergänzen, so dass die beiden letzten Staffeln quantitativ aufgehen. Wie gesagt, wäre Gregors Geschichte mehr als notwendig gewesen. Auch zu Wolffe hätte ich mir einiges gewünscht, er hat Order 66 ebenfalls ausgeführt, wie man in Rebels erfährt. Auch hier tauchen Fragen auf: Sein General, Plo Koon, war während der Order 66 in einem Raumjäger: Gegen wen hat Wolffe die Order 66 ausgeführt? Es wäre eine spannende Parallelhandlung zum Mandaloreplot gewesen. Auch zu Kanan Jarrus, von dem man in Rebels einiges über seine Zeit während den Klonkriegen erfährt, wäre eine geeignete Parallelhandlung gewesen. Es gibt auch genügend andere Charaktere, deren Schicksal unbekannt ist: Eeth Koth, Lux Bonteri, Boil, Echo (nach dem Badbatch-Plot). Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Serie immer noch zu kurz ist und es mehr als genug Inhalte zur Vervollständigung gäbe.


Damit wäre auch die grösste Problematik der finalen Staffel geklärt: Das was nicht war. Was wir bekommen haben, war pure Freude. Clone Wars, wie man es sich wünscht. Viele kritisieren die Folgen um die Martez-Schwestern. Die Kritik ist aufgrund einer vergleichsweise weniger turbulenten Handlung nicht unangebracht, doch die Folgen sind unentbehrlich für Ahsokas Charakterentwicklung, ihr Weltbild, ihren Bezug zu den Jedi. Sie ist aus dem Orden ausgetreten, doch die Lehren der Jedi leben in ihr weiter: Sie ist keine Jedi, sie ist, was die Jedi sein sollten. Man muss Trace und Rafa Martez nicht mögen, um die Folgen zu lieben, denn sie sind schlicht nicht der Kern dieser Handlung. Es geht um Ahsokas charakterliche und ideologische Entwicklung, um ihre Werte und ihre Selbstfindung. Die ersten Folgen der siebten Staffel waren bestimmt intensiver und aufgeladener, was sie sehr sehenswert macht. Echo wurde nach der dritten Staffel tot geglaubt und hatte eine abgeschlossene Geschichte, deren Abschluss rückgängig gemacht wurde. Die Handlung selbst ist zwar gut, aber unnötig, sofern sie nicht fortgesetzt wird, selbst wenn es nur in einem Roman wäre. Auch hier wiederspiegelt sich die Problematik fehlender Inhalte. Anders sieht es hingegen im Mandalore-Plot aus: Die Lücken zur Nachfolgeserie sind klein, der Roman "Ahsoka" verknüpft Clone Wars und Rebels zwar nicht pefekt, aber dennoch sehr gut. Der Abschluss ist in jeder Hinsicht das Highlight der Staffel. Der Widersacher Maul glänzt in seiner Rolle. Seine Auftritte sind melancholisch: Ob es das Duell gegen Ahsoka oder seine Flucht bei der Order 66 ist. Wie er unbewaffnet einen Venatorklasse Sternzerstörer und unzählige Klone zerlegt, ist genial inszeniert. Seine Geschichte mag ebenfalls noch offen sein, jedoch liegt auch diese ausserhalb der Klonkriegs-Ära. In "Solo: A Star Wars Story" wurde ohnehin ein Comeback angeteasert. Es wäre schwer enttäuschend, wenn dieses ausbliebe. Nicht weniger Action gibt es bei Mauls Gegenspielern: Ahsokas Und Rex' Kampf ums Überleben ist an Emotionalität und Epik kaum zu überbieten.

KlonhelmFinal1

Im Zusammenspiel mit Mauls Massaker wird das Ende sehr düster, was für mich aber keinesfalls eine Schwäche ist. Das emotionale und düstere Ende mit der unglaublichen Musik von Kevin Kiner berührte mich zutiefst, wie es keine anderen Serien oder Filme bisher geschafft haben. Auch wenn Gefühle und Emotionen keine objektiven Grundlagen sind, so sind sie für mich, als Zuschauer, die bedeutendsten Gründe ein Werk zu lieben oder zu hassen - und Clone Wars hat mich in jeder Hinsicht abgeholt.


Mit Spannung warte ich nun ab, wie es weitergeht. Mit viel Glück sogar mit Clone Wars. Auch wenn dies chronologisch etwas verrückt wäre, ist es möglich - Clone Wars hat sich nie durch Chronologische Logik ausgezeichnet. Spin-Off-Folgen oder eine Erweiterung von Staffel 6 auf 20 Folgen ist nicht ausgeschlossen, wobei ich eher mit einer Nachfolgeserie zu Rebels rechne. Staffel 7 war ein würdiger Abschluss der Klonkriegs-Serie und gleichzeitig eine neue Hoffnung für Post-Clone-Wars-Content.

AhsokaFinal2

Die Zeit wird zeigen, was Lucas Film und Disney planen. Durch meinen emotionalen Bezug zur Serie, bezweifle ich, dass es je einen gleichwertigen Nachfolger geben wird. Doch Clone Wars ist nur zu Ende erzählt. In unseren Herzen und unserer Erinnerung wird die Serie, unsere Kindheit, ewig weiterleben - und natürlich auf Disney Plus.

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--Zorro479 (Diskussion) 18:27, 6. Mai 2020 (UTC)


Quellen (Bilder)

The Clone WarsSieg und Niederlage (7.12)

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